Lungenentzündung

Wie sich die Lungenentzündung verrät

 

Der Verdacht

Wenn ein Kind Fieber hat und schlecht Luft bekommt, sollte man auch an eine Lungenentzündung denken. Oft ist das Kind dann auch deutlich wesensverändert: es ist richtig schwach, schlapp und lustlos. Gelegentlich kann man dann auch beim Ausatmen brodelnde oder gurgelnde Geräusche hören. Bei manchen Viren als Krankheitsursache oder bei Kindern mit überempfindlichen Bronchien kann bei der Ausatmung auch ein pfeifendes oder quietschendes Geräusch zu hören sein.

Die Untersuchung

Wenn diese Symptome  auftreten, kann es sich um eine Lungenentzündung handeln. Dann macht es sicher Sinn, einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird das Kind abhorchen und dabei den Diagnoseverdacht bestätigen oder eine andere Diagnose stellen. Gelegentlich sind weitere Untersuchungen erforderlich, beispielsweise eine Blutuntersuchung, bei der im Wesentlichen untersucht werden soll, ob die Krankheit eher durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird.

Röntgen?

Nein, im Regelfall ist das nicht hilfreich. In den allermeisten Fällen kann der Arzt die Diagnose durch die Untersuchung auch ohne Röntgenbild stellen. Nur wenn die Diagnose nicht sicher zu stellen ist oder bei einer Lungenentzündung, die sich auch nach einigen Tagen sachgerechter Behandlung nicht bessert, kann ein Röntgenbild weiter helfen.

 

Die Erreger

Die in Frage kommenden Krankheitserreger sind in unterschiedlichen Altersgruppen sehr verschieden. Die meisten Lungenentzündungen (etwa 70%) werden durch Viren ausgelöst. Das ist bei kleinen Kindern (jünger als zwei Jahre) noch häufiger der Fall als bei Älteren. Manchmal verrät sich der Erreger durch weitere Beschwerden, die er verursacht, beispielsweise Gelenkschmerzen oder Bindehautentzündung.

 

Die Behandlung

Zur Therapie der Lungenentzündung ist in erster Linie die Unterstützung der Selbstreinigung der Lunge sinnvoll. Ist der Schleim nicht locker genug, um unproblematisch abgehustet zu werden, ist die vermehrte Flüssigkeitszufuhr durch viel Trinken erforderlich. Unterstützend kann Inhalation mit einem Inhaliergerät und Kochsalz- oder Solelösung gute Dienste leisten. Da schleimlösende Hustensäfte allenfalls gering wirken, werden sie allgemein nicht empfohlen. Die Behandlung kann meist zuhause erfolgen, nur in seltenen Fällen (wenn es den Kindern schlecht geht) ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

 

Antibiotikum?

Da die meisten Lungenentzündungen von Viren ausgelöst werden und Antibiotika nur bei Bakterieninfekten helfen, kann eine antibiotische Behandlung nicht in allen Fällen empfohlen werden. Letztendlich wird der behandelnde Arzt diese Art der Therapie besonders bei hoch fiebernden und deutlich beeinträchtigten Kindern wählen.

 

Homöopathische Therapie

Natürlich kann man die Gesundung auch homöopathisch unterstützen, das sollte aber möglichst ärztlich kontrolliert werden, damit bei Bedarf auch rechtzeitig beispielsweise antibiotisch behandelt wird.

 

Wickel

Besonders bei starkem Hustenreiz können Brustwickel gut zur Linderung beitragen. Dafür kommen unterschiedliche Wickel in Frage:

Bei eher kühlem Kind kann man einen Kartoffelwickel anwenden (6 – 10 Kartoffeln mit Schale etwa 20 Minuten kochen, abgießen, auf ein großes Badelaken ein Küchentuch in Größe der Brust des Kindes legen, die Kartoffeln darauf legen und mit einer Gabel zerquetschen, so dass eine knapp kleinfingerdicke Schicht entsteht, abkühlen lassen, bis es nur noch gut warm ist, dann das Kind mit der Brust drauf legen, das Badelaken auf dem Rücken verschließen, das Kind auf den Rücken drehen und den Oberkörper hoch lagern, gut 30 Minuten liegen lassen)

Bei eher fieberndem Kind und schmerzhaftem Husten empfiehlt sich ein Quarkwickel (500 – 1000g Magerquark auf Zimmertemperatur erwärmen lassen, ebenfalls ein Küchentuch auf ein Badelaken legen, das Küchentuch etwa 3 – 5 mm dick mit dem Quark bestreichen, dann wie oben beschrieben das Kind darauf legen, verschließen und hoch lagern)

Diese Wickel sollten nicht öfter als zweimal täglich angewandt werden.