Pflanzenheilkunde

Bei der Pflanzenheilkunde handelt es sich um das älteste Behandlungsverfahren der Menschheit. Über viele Jahrtausende war die Behandlung mit pflanzlichen Substanzen auch die wirksamste Therapie. Unsere moderne Medizin mit all den Medikamenten gibt es seit nicht einmal 100 Jahren. Aus vielen Jahrhunderten Erfahrung mit der Behandlung mit pflanzlichen Substanzen haben sich bis in die heutige Zeit viele gut wirksame sogenannte Hausmittel erhalten.

Die Pflanzenheilkunde ist wesentlicher Bestandteil der Therapie unter anderem nach Hildegard von Bingen und Pfarrer Kneipp. Aber auch andere Kulturen bedienen sich seit Jahrtausenden der Heilkraft der Pflanzen. Die traditionelle chinesische Medizin, Ayurveda, aber auch die Therapien mit Bachblüten basieren zum grossen Teil oder vollständig auf der Wirkung von Pflanzen. Selbst in der modernen Krebstherapie haben pflanzliche Therapeutika wie die Mistel einen deutlichen Stellenwert – auch wenn in der letzten Zeit erneut die Wirksamkeit in Frage gestellt wird.

Anwendungsformen

Viele pflanzliche Arzneien werden überwiegend in Form von Tees zubereitet. Dies ist auch neben den Verwendung von Fertigarzneimitteln die einfachste Anwendungsform. Grundsätzlich können aber pflanzliche Zubereitungen in vielen unterschiedlichen Formen zur Anwendung kommen:
•Inhalationen ( z.B. mit Kamille, Eukalyptus, Menthol, Minze, Salbei )
•Bäder (z.B. mit Melisse, Baldrian, Lavendel, Eichenrinde, Weissdorn, Olivenöl )
•Einreibungen (z.B. mit Eukalyptus, Menthol, Minze, Jojobaöl, Kampfer, Teebaumöl )
•Verzehr (z.B. Fenchel, Ingwer, Kümmel, zahlreiche Kräuter und Gewürze )
•Umschläge (z.B. mit Beinwell, Kamille, Ringelblume, Kastanienblätter, Kartoffel )

Indikationen / Kontraindikationen

Bei allen akuten Krankheitsbildern werden gerne pflanzliche Zubereitungen eingesetzt. Aber auch bei sehr vielen chronischen Erkranken sind solche Arzneien hilfreich. Gerade bei der häufigen oder lang dauernden Anwendung sind jedoch auch mögliche Unverträglichkeiten zu beachten. Bedeutsam sind in erster Linie allergische Erkrankungen und Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber den ätherischen Ölen von Pflanzen. Über mögliche Risiken beraten Apotheker und informierte Ärzte gerne